Beschwerden treten erst spät auf

Polypen und Darmkrebs verursachen im Anfangsstadium keinerlei Beschwerden, wobei es bis zu 10 Jahre dauern kann, bis sich die Krankheit durch körperliche Anzeichen bemerkbar macht.

"Keine Beschwerden – kein Krebs" kann also zu einem tödlichen Fehlschluß führen. Die gute Nachricht besteht allerdings darin, daß Darmkrebs in diesem frühen Stadium bereits sehr häufig mit dem Auge nicht sichtbares (okkultes) Blut in den Stuhl absondert. Dieses kann in den meisten Fällen mit im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen kostenlos angebotenen Testverfahren erkannt werden.

Tritt das Blut sichtbar auf, ändern sich die Stuhlgewohnheiten, treten Blässe und Blutarmut, Bauchbeschwerden und Gewichtsabnahme auf, so muß der Darm unverzüglich, in idealer Weise durch eine Darmspiegelung untersucht werden.

Darmkrebsfrüherkennung

Es beginnt meist mit gutartigen Darmpolypen

Darmkrebs tritt verstärkt und noch immer zunehmend in Industrieländern auf. Dies lässt darauf schließen, dass neben bekannten örtlichen Faktoren auch die Ernährung sowie die Lebensweise zur Entstehung des Darmkrebses beitragen.

So gibt es Erkenntnisse darüber, dass ein Mangel an Obst, Gemüse und Ballaststoffen sowie die Aufnahme vermehrter tierischer Fette (Fleisch, Wurst, Käse) die Krebsentstehung im negativen Sinne beeinflussen. Dies gilt auch für Bewegungsmangel und Darmträgheit. Während etwa 10 % aller Darmkrebse erblich bedingt sind, entstehen die restlichen 90 % über zunächst gutartige Darmpolypen, die im Laufe der Zeit bösartig werden können. Sie rechtzeitig zu erkennen und zu beseitigen ist möglich und die wirkungsvollste Vorsorge.

Darmkrebs ist heilbar

Eine der häufigsten Krebsarten und Todesursachen, der Darmkrebs, ist kein unabwendbares Schicksal mehr. Patienten und potentiell Betroffene sollten die Vorsorgeuntersuchungen auf Darmkrebs, die kostenlos sind, einschließlich der sich eventuell daraus ergebender Zusatzuntersuchungen in Anspruch nehmen.

Früherkennung rettet Leben

Keine Krebsart des Menschen kann so häufig verhindert oder in frühen Stadien geheilt werden, wie der Darmkrebs. Daher sollte jeder die ab dem 50. Lebensjahr kostenlos angebotenen jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen beim Haus- oder Facharzt in Anspruch nehmen.
Sie schließen die Untersuchung des Mastdarmes mit dem Finger sowie einen Blut-im-Stuhl-Test ein. Wenn dabei nicht sichtbares Blut nachgewiesen wird, bereits mit bloßem Auge Blut im Stuhl sichtbar ist oder eine Zugehörigkeit zu einer Risikogruppen besteht, sollte heute in aller Regel eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt werden.

Seit dem 01. Oktober 2002 wird für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen ab dem 55. Lebensjahr sowie 10 Jahre nach der ersten Spiegelung eine zweite Darmspiegelung angeboten. Hiermit sind bösartige Erkrankungen und deren Vorstufen zu erkennen oder ausschließbar. Modernste Geräte und weiterentwickelte Untersuchungstechniken lassen keine Bedenken mehr zu.
Sollten während der Darmspiegelung Polypen als Vorstufen eines Krebses erkannt werden, so sind diese in aller Regel gleichzeitig ohne nachfolgende Operation entfernbar.

Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchungen

Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die Früherkennung von Krebserkrankungen

Alter Art Turnus Vorteil Nachteil
50-54 Papierstreifentest jährlich einfache, unkomplizierte Handhabung geringe Sicherheit, mit dem Alter steigendes Restrisiko
Ab 55 Papierstreifentest nur,wenn das Koloskopieangebot nicht in Anspruch genommen wird Papierstreifentest nur,wenn das Koloskopie angebot nicht in Anspruch genommen wird 2-jährlich einfache, unkomplizierte Handhabung nicht blutende oder kleine Karzinome werden möglicherweise nicht erfasst;(Falsch-)positive Ergebnisse müssen auch durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden
Ab 55 Darmspiegelung zweite Koloskopie 10 Jahre nach der Ersten sehr große Sicherheit ,Entfernung der Vorstufen von Darmkrebs aufwendige, eher unangenehme Untersuchung

Selbstverständlich ist es Ihnen überlassen, welche Art der Früherkennung Sie ab dem 55. Lebensjahr wählen. Lassen Sie sich hierzu nochmals in allen Einzelheiten von Ihrem Hausarzt ausführlich beraten. Wichtig ist nur, dass Sie überhaupt die Chance ergreifen, Darmkrebs früh erkennen oder erst gar nicht entstehen zu lassen.
Generell gilt natürlich, dass Sie jede Art von Darmbeschwerden oder Blut im Stuhlgang auf dem direkten Weg Ihrem Arzt mitteilen, unabhängig von den oben beschriebenen Möglichkeiten der Früherkennungen.

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