Der Forschungs- und Entwicklungspreis 2002

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Dem Krebsverband lagen in diesem Jahr 14 Bewerbungen vor - durchweg von hoher Qualität – die der Jury eine Entscheidung schwer gemacht haben.
Es haben sich in diesem Jahr Personen und Arbeitsgruppen aus den Berufsgruppen der Mediziner und Psychologen aus allen Tumorzentren und einem Onkologischen Schwerpunkt beworben.

Bei der prämierten Studie handelt es sich um eine Arbeit aus der Psychoonkologie. Ein Themenbereich, der allseits zwar als wichtig eingestuft wird, sich jedoch selten in renommierten Fachzeitschriften wiederfindet. Und - dessen praktische Umsetzung vielfach noch im Argen liegt. Hier möchte der Krebsverband mit dem Forschungs- und Entwicklungspreis ein Zeichen setzen. Ein wesentliches Kriterium dieses Preises ist bewusst die Einbindung der Psychoonkologie in die Forschung und Konzeptentwicklung in der Onkologie.
Der Forschungs- und Entwicklungspreis 2001des Krebsverbandes Baden-Württemberg e. V. verliehen für die prospektive randomisierte Interventionsstudie:

„Evaluation der Effekte psychoonkologischer Betreuung auf die Verarbeitung von Angst und auf die Lebensqualität von stationären Patienten mit colorectalen Carcinomen in der Allgemeinchirurgie“

Frau Mechthild M. Determann,
Dipl. Psych., Chirurgische Klinik und Poliklinik Universität Ulm

in Würdigung ihrer herausragenden Leistungen in der anwendungsbezogenen Forschung im Bereich der interdisziplinären, psychosozialen Versorgung von Krebspatienten

Der Krebsverband Baden-Württemberg würdigt mit der diesjährigen Preisvergabe an Frau Determann, eine Studie, mit der es gelungen ist, gezielt Effekte psychoonkologischer Betreuung in wesentlichen Kernfragen der Psychoonkologie, der Lebensqualität und Angst, am Beispiel des kolorektalen Carcinoms solide zu evaluieren und konkrete Handlungsempfehlungen für die Betreuer zu geben.

Gegenstand der Studie ist ein interdisziplinäres Konzept zwischen Chirurgen, onkologischen Fachdisziplinen, psychosozialen Einrichtungen und Pflegemitarbeitern sowie deren Effekte auf die Gesamtbetreuung der Patienten.

Basis der Psychoonkologie sind eine Vielzahl von kontrollierten Interventionsstudien. Sie haben gezeigt, dass sowohl gruppen- als auch individualtherapeutische Ansätze die aktive Krankheitsverarbeitung beeinflussen und positive Effekte auf die Überlebenszeit von Tumorpatienten haben können. Die mangelnde Vergleichbarkeit und methodische Probleme vieler dieser Studien erschweren jedoch oftmals die ärztliche Akzeptanz.
Konsequent wurde daher für die vorgelegte Studie das in der Psychoonkologie eher seltene Design einer prospektiven, randomisierten Studie gewählt.

Wie andere klinische Bereiche steht die Psychoonkologie vor der Frage einer angemessenen Qualitätssicherung. Die vorliegende Arbeit bietet hierzu ein konkretes Modell zur Umsetzung von Qualitätssicherung verbunden mit echter Patientenorientierung.

Der Krebsverband hofft mit diesem Preis die psychoonkologische Arbeit in den Zentren zu stärken und den Aufbau entsprechender Strukturen zu unterstützen.

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