HPV-Impfung zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs

Anfang Oktober 2006 wurde der erste Impfstoff gegen krebsverursachende Humane Papillomviren (HP-Viren) zugelassen. Durch die Einführung der Impfung wird gehofft, dass langfristig das Risiko für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs gesenkt werden kann.

Vermutet wird, dass heute etwa 20 Prozent aller Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren mit HP-Viren infiziert sind. Diese werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Einige der Viren gelten bei Frauen als Verursacher von Krebs im Genitalbereich, insbesondere von bösartigen Tumoren des Gebärmutterhalses. Der beste vorbeugende Schutz wäre eine Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Flächendeckende Impfungen gegen HP-Viren könnten die Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs um bis zu 70 Prozent senken.

Durch die Imfpung treten nur schwache Nebenwirkungen auf. Der Imfpstoff verhindert sowohl die Entwicklung von Krebsvorstufen, als auch ggf. das Entstehen von Genitalwarzen.

Angewendet werden darf er bei Kindern und Jugendlichen beiden Geschlechts im Alter von neun bis 15 Jahren sowie bei Frauen ab dem 16. Lebensjahr. Es wird empfohlen, junge Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr zu impfen, um jedes Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Da Männer oftmals - ohne es zu wissen - Träger des Virus sind, ihre Geschlechtspartner anstecken können bzw. dadurch selbst einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt sind, sollten auch Jungen in die Impfung einbezogen werden.

Erforderlich sind insgesamt drei Impfungen zum Zeitpunkt 0 sowie nach 2 bzw. 6 Monaten. Die Dauer des Impfschutzes beträgt nach aktuellem Wissensstand 5 Jahre.

Mit In-Kraft-Treten der Gesundheitsreform am 1. April sind die gesetzlichen Krankenkassen laut GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz dazu verpflichtet, die Kosten für öffentlich empfohlene Schutzimpfungen zu übernehmen. Da die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut in Berlin die neue Impfung derzeit für Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren empfiehlt, müssten Interessierte anderer Alters- und Personengruppen individuell bei ihrer Kasse erfragen, ob diese auch außerhalb der STIKO-Empfehlung die Kosten für die HPV-Imfung übernimmt. So haben einige gesetzliche Krankenkassen bereits vor der STIKO-Empfehlung die Kosten für den neuen HPV-Impfstoff für weibliche und zum Teil auch für männliche Versichete ab dem Alter von frühestens neun Jahren bis maximal zur Vollendung des 26. Lebensjahres übernommen, je nach Kasse. Nicht auszuschließen ist, dass die betreffenden Kassen die individuellen Altersbeschränkungen auf die STIKO-Empfehlung anpassen. Für privatversicherte Personen gilt der jeweilige Vertrag. Sie müssten die Frage der Kostenübernahme individuell mit ihrer Kasse klären. 

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