Onkologische Versorgung in interprofessionellen Netzwerken

29. Jahrestreffen der Tumorzentren, Onkologischen Schwerpunkte und Arbeitskreise in Baden-Württemberg (ATO)
am 12./13. November 2010 in Ulm

"Immer mehr Menschen können immer länger mit einer Krebserkrankung leben. Immer öfter kann inzwischen eine Krebserkrankung geheilt werden oder die Erkrankung zumindest über eine lange Zeit zurückgedrängt werden. Möglich geworden ist dies durch eine Zunahme an innovativen Therapiemöglichkeiten in den letzten Jahren. Die Behandlung von Krebspatienten wird dadurch zunehmend komplexer. Dies macht eine Intensivierung der Zusammenarbeit aller medizinischen Fachbereiche ebenso wie der medizinischen Begleitberufe absolut notwendig" fasst Prof. Hartmut Döhner, Vorsitzender des CCC Ulm die Zielsetzung der ATO-Tagung zusammen. "Dieser Fortschritt", so ergänzt Prof. Walter Aulitzky, Vorsitzender der Krebsverbandes, "auf den Ebenen der Interdisziplinarität, mit der intensiven Betreuung derTumorpatienten durch viele Fachdisziplinen und deren Fachwissen kostet Geld. Wir müssen uns daher überlegen, wie wir diese Strukturen effizienter gestalten können."

Neben der Finanzierung der Strukturen befasste sich die Tagung auch mit der Fragestellung der Finanzierbarkeit des medizinischen Fortschritts. Wie soll er finanziert werden? Wie wird der Fortschritt zielgenau eingesetzt? Wer profitiert wirklich davon? Welcher Nutzen ist ein wirklicher Nutzen und welcher Nutzen ist so klein, dass man ihn unter Umständen für Verzichtbar erklärt? Auch dies ein Thema der einzelnen Arbeitsgruppen und der Referenten am zweiten Tag der diesjährigen Tagung.

Wichtige Impulse gingen in diesem Jahr von den neun Arbeitsgruppen der ATO aus. Zentrales und gruppenübergreifendes Thema war neben der zweiten Ausbauphase des Landeskrebsregisters Anfang 2011 die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) in Baden-Württemberg. Bis Ende 2008 fand ein bundesweit einmaliger Konsensprozess unter der Moderation des Sozialministeriums und Federfürhung des Krebsverbandes sowie der Arbeitsgemeinschaft der Tumorzentren und Onkologischen Schwerpunkte (ATO) in Baden-Württemberg statt. Dank des besonderen Engagement aus der ATO und ihren Arbeitskreisen sowie der neu gegründeten Landesarbeitsgemeinschaft SAPV konnte bundesweit der erst Muster- und Rahmenvertrag zur Versorgung schwerstkranker Menschen in Baden-Württemberg ausgehandelt werden. Seit April 2010 wurden acht Verträge in Baden-Württemberg unterzeichnet. Sieben dieser Initiativen haben bereits ihre Arbeit aufgenommen. Das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit in interprofessionellen Netzwerken.

Auch die Selbsthilfe nach Krebs hat ihren festen Platz beim Treffen der Arbeitsgruppen. Ihr Thema in diesem Jahr: "Finanzierung und Fundraising für Selbsthilfegruppen".

Der zweite Tag der Tagung war dem Thema "Onkologische Versorgung in interprofessionellen Netzwerken" gewidmet. Eine Reihe hochrangiger Vertreter von Verbänden, Kassen und der Industrie stellten den Teilnehmern derzeitige und zukünftige Struktur- und Finanzierungsmodelle vor.

Einen besonderen Stellenwert nahm an diesem Tag die Ehrung von Prof. Hermann Heimpel ein. Mit ihm wurde eine ganz besondere Medizinerpersönlichkeit für sein Lebenswerk geehrt. Der Krebsverband Baden-Württemberg ist stolz darauf, mit Prof. Heimpel einen Menschen auszeichnen zu dürfen, der in maßgeblicher Art und Weise die Krebsheilkunde in Baden-Württemberg mitgeprägt hat.

Mehr zur Ehrung und dem Lebenswerk von Prof. Hermann Heimpel lesen Sie hier...

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