Tourstart in Griechenland Thessaloniki - Kilkis

Nach wochenlanger Planung startete am 26. August die 4. Bäder- und Rehatour: Unsere Gruppe flog von Stuttgart nach Thessaloniki. Wir wurden vom Begleitbus, der schon einige Tage früher gestartet war und einem regionalen griechischen Fernsehteam am Flughafen empfangen. Bereits am selben Tag berichtete das Fernsehen von der Tour und unserem Anliegen "Zeigen, was möglich ist".

Die Tour 2011 startete am Goethe-Institut. Neben dem stellvertretenden deutschen Botschafter, Klaus Bormann schickte uns Peter Planes, Direktor des Instituts, auf unseren Weg. Gute Wünsche zur Tour gabe es auch von Thessalonikis Bürgermeisterin Pashalikou. Sie warb dabei für das Event "Jugendhauptstadt Thessaloniki" im Jahr 2014.

Durch Bulgarien...Sandanski - Arcar

Begeleitet von einer Polizeieskorte trafen wir im bulgarischen Kurort Sandanski ein.
Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, war auf Grund eines Partnerstadttreffens von Sandanski und Freudenstadt vor Ort und lies es sich nicht nehmen, uns auf den letzten Kilometern per Rad zu begleiten.
Herzlich und landestypisch wurden wir und die Delegationsvertreter aus dem Nordschwarzwald auf dem Bulgariaplatz mit Musik vom Blasorchester Sandanski und Tanz durch das Ensemble Feria - die Feen empfangen.
Wir wurden durch Sandanskis Oberbürgermeister Andon Totev und seinem Freudenstädter Kollegen Oberbürgermeister Julian Osswald sowie dem Direktor der bulgarischen Agentur für Menschen mit Behinderung, Mitscho Koralski, begrüßt. Ein Teil unserer Gruppe hatte die Möglichkeit, die Rehaklinik Sandanski zu besichtigen. Diese ist die einzige der 13 staatlichen Kliniken, in der auch Kinder mit Lungenerkrankungen behandelt werden.

...und Serbien - Arcar - Tekija - Smeredevo

An der Donau entlang ging es von Bulgarien weiter nach Serbien.
Am Grenzübergang wurden nicht nur wir, sondern auch der Tourbus streng beäugt. Aber durch die Radtourtrikots und dem Slogan "Zeigen, was möglich ist" beeindruckten wir die Zöllner und konnten ohne weitere Probleme die Grenze passieren.
Neben schlechten Straßen prägten eindrucksvolle Landschaftsbilder die Etappen durch Serbien.
Der erste Abend im neuen Land brachte eine unangenehme Überraschung: das gebuchte Hotel war am Tag zuvor von der Polizei geschlossen worden. Aber geschäftstüchtige Serben waren sofort zur Stelle und organisierten für uns mehrere Privatbetten und ein Abendessen.
Mit viel Hitze und Sonnenschein ging es weiter - über etliche "Donauwellen" hinweg. Es waren wirklich sehr wellige Etappen.
Ein "Ausreißversuch" zweier Mitradler, die einen Seitenarm der Donau durchradeln wollten, wäre beinah "baden" gegangen. Sie stellten fest, dass der gewählte Weg in die falsche Richtung führte und konnten nur durch eine wilde Aufholjagd und Tourbus rechtzeitig an der Fähre sein, die uns über die Donau setzen sollte.

Dann nach Kroatien...Smeredevo - Ilok - Vukovar

Belgrad wurde zu einer besonderen Herausforderung - gefühlte zwei Millionen Autofahrer und 18 Radler. Karin Marschall, Erste Sekretärin für Presse und Kultur der Deutschen Botschaft empfing uns und sorgte für eine "Verschnaufpause". Es fand ein wichtiger Gedankenaustausch zum Anliegen der Bäder- und Rehatour aber auch zur sozialen Situation Serbiens und dessen Völkerverständigung mit seinen Nachbarländern statt.
An der kroatischen Grenze wurden wir tatsächlich nach zu verzollenden Zigaretten befragt. Und das uns, die wir mit der Tour Spenden für "Sport nach Krebs" sammeln!
In Koratien holte uns in Vukovar die kriegerische Vergangenheit des Landes ein. Vukovar, die vergessene Stadt: Nur sehr wenige Menschen finden seit dem Krieg ihren Weg hier her. Bis zu 8.000 Granaten pro Tag schlugen ein - insgesamt 6 Millionen Geschosse. Noch immer sind Einschusslöcher an den Gebäuden zu sehen. Beim Empfang des Bürgermeisters konnten wir uns ein Bild über die schreckliche Zeit des Krieges in diesem Land machen. Heute verbindet dieses Schicksal die Menschen der unterschiedlichen Kulturen, die zusammen in der Stadt leben. Sie geben ihr bestes, gemeinsam den Wiederaufbau voranzutreiben um wieder ein Leben zu führen, wie alle Menschen in Europa.

...und weiter nach Ungarn Ilok - Szigetvar - Sarvar - Klosterneuburg

Am ersten Abend in Ungarn, einem Bäderland mit Tradition, wurde unsere Gruppe von Klaus Riedel, dem Gesandten der Deutschen Botschaft, in Szigetvar begrüßt.
Auch er war vom Anliegen der Tour äußerst beeindruckt.
Das schöne Sommerwetter konnten wir auf sehr gut zu befahrenen Straßen genießen. Immer am Ufer des Balatons (Plattensee) entlang, der den einen oder anderen von uns auch zum Baden eingeladen hat. Weiter ging es durch hübsche Dörfer und auf guten Straßen Richtung Neusiedler See. Vor der österreichsichen Grenze war noch das Leitha-Gebirge zu überwinden. In Österreich wurde der Verkehr wieder dichter - sowohl der Auto - als auch der Fahrradverkehr. Auf guten Radwegen ging es vorbei an Wien bis nach Klosterneuburg. Am letzten Tag der ersten Woche haben wir sechs Länder breist, viel erlebt und sind 1.413 Kilometer geradelt.

Durch Österreich...Klosterneuburg - Melk - Linz

Ab Klosterneuburg war das Teilnehmerfeld der diesjährigen Tour komplett. Weitere 17 Radler kamen zur Thessaloniki-Gruppe hinzu, so dass jetzt 34 radelnde Botschafter für unser Anliegen unterwegs waren.
Bei bestem Wetter ging es duch die Wachau, ein wirklich wunderschönes Erlebnis. Weinberge und hübsche Ortschaften wechselten sich ab und sorgten für eine entspannte Etappe.
In Melk wurde unsere Radgruppe von Walter Suchanek, stellvertretender Leiter der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) und Roman Wohlgemuth, Sprecher für Menschen mit Behinderung der Gewerkschaft begrüßt. Die VAEB spendete an diesem Abend 1.000 Euro für unser Anliegen "Sport nach Krebs". Herzlichen Dank.
Auf der Etappe nach Linz regnete es unaufhörlich. So konnten die gut ausgebauten Radwege entlang der Donau nicht wirklich gewürdigt werden. Der Abend im Beruflichen Bildunsg- und Rehabilitationszentrum (BBRZ) entschädigte für den nassen Tag. Dort empfing uns die Geschäftsführerin des BBRZ, Dr. Ernestine Stobel, Alexandra Hiller von der Regionalleitung Oberösterreich und Miriam Köck, Gemeinderätin der Stadt Linz.
Die Schilderungen zur österreichischen bruflichen Rehabilitation zeigten viele Parallelen zu den Herausforderungen in Deutschland. In Österreich ist der große Anstieg von psychischen Erkrankungen ähnlich spürbar wie in Deutschland. Interessant ist, dass in Österreich konsequent bei jedem Rehafall eine Diagnostik im BBRZ durchgeführt und ein individueller Rehaplan aufgestellt wird.
Ein spannender Blick über den Tellerand Deutschlands hinaus.

...und Bayern - Bad Füssing - Dingolfing

Nach Bad Füssing ging es bei gutem Radfahrwetter deutlich besser voran als am Tag zuvor. Es gab keine nennenswerten Zwischenfälle - abgesehen von einer Schlauchreparatur durch unser zwischenzeitlich eingespieltes Reparaturteam. In Bad Füssing bereitete uns die Rehabilitationsklinik Johannesbad mit Ihrem Klinik-Manager Bernd Baumbach ein herzliches Willkommen. Interessant war die Einführung in das Reha-Konzept "Medical Fitness", das fachkundig von Prof. Dr. Johannes Zwick, Aufsichtsratsvorsitzender des Familienunternehmens Johannesbad, vorgestellt wurde.
Auf dem Weg nach Dingolfing waren drei Fusstäler zu durchfahren: Am Anfang das Rottal. Hügelig und mit viel Wind ging es weiter ins Vilstal und zu guter letzt erreichten wir das Isartal. Angekommen in Dingolfing musste noch eine Steigung von 15 Prozent überwunden werden, bis die Mauern der oberen Stadt erklommen waren. Leider war der Akku des E-Bikes eines Mitradlers kurz vor dem Anstieg auf Null gefallen. So musste er die 22 Kilogramm des Rades ohne Unterstützung den Berg hinauf wuchten. Das Abendessen und die Unterkunft entschädigte für die Mühen des Tages.

...nach Hause... Neuburg a.d.D. - Schloss Kapfenburg

Die 14. Etappe von Dingolfing nach Neuburg a.D. Donau wurde die Königsetappe der zweiten Tourwoche. 125 Kilometer bayerische Radwege lagen vor uns. Leider war der Himmel statt bayerisch weiß-blau regengrau.
In Landshut wurden wir von Vertretern der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bayern Süd, unter anderem von Michael Zellner, dem Abteilungsleiter Kliniken der DRV Bayern Süd und vom Stadtrat Hans-Peter Summer begrüßt.
Die Rennradler um Mecki Lerchner mit seinem Handbike waren wie so oft dem gemütlichen Peleton weit voraus. An den Seen der Forstwiesen bei Manching trafen sich alle wieder und zusammen ging es durch wunderschöne Baumalleen Richtung Neuburg a. d. Donau. Auf der vorletzten Etappe der diesjährigen Tour, nach Schloss Kapfenburg, wurden von der Thessaloniki-Gruppe die magischen 2.000 Kilometer erreicht und gebührend mit Laola-Welle gefeiert.
An dieser Leistung zeigt sich, was möglich ist, wenn sich ein eingeschworenes Team aus Rehabilitanden und Rha-Aktiven auf den Weg macht.
Herzlichen Glückwunsch!

...nach Stuttgart

Der Anstieg hinauf zum Schloss war noch einmal eine Herausforderung an diesem Tag - zwei Kilometer und 150 Höhenmeter waren zu überwinden. Am Schlosstor empfing uns Erich Hacker, Direktor der Internationalen Musikschulakademie - Kulturzentrum Schloss Kapfenburg. Ebenfalls zur Begrüßung haben Siegfried Staiger, Stadtkämmerer der Stadt Aalen und Wolfram Reif, Regionaldirektor Aalen der DRV Baden-Württemberg und Ronald Weinschenk, VdK-Kreisvorsitzender, den Schlossberg bezwungen. Das Ausbildungskonzept der Musikakademie umfasse nicht nur den musikalischen Bereich, sondern auch den präventiven Gedanken zur Gesundheitsförderung von Musikern, sagte Hacker bei seiner Begrüßungsansprache. Der letzte Abend der Tour 2011 endete mit einem festlichen Menü.
Der letzte Tag brachte wunderbaren Spätsommersonnenschein. In Stuttgart angekommen, ging es durch die Innenstadt bis zum Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) am Wilhelmsplatz. Dort wurden wir stürmisch von unseren Familien, Mitarbeitern der DRV Baden-Württemberg und den Jazzmusikern der Ärzte-Band des Diakonieklinikums Stuttgart begrüßt. Iniiiert wurde der Empfang von der Geschäftsführerin des ZAR, Ursula Mootz, selbst Teilnehmerin der tour in den letzten Jahren.

16 Tage in gegenseitiger Unterstützung und Hilsbereitschaft haben wir gezeigt, was durch Rehabilitation, Gemeinschaftsgeist und individueller Willenskraft möglich ist.

Diese Seite drucken